Tim Eckart im Interview

(Erfinder der Tim-Eckart-Methode)

Wir treffen Tim Eckart auf der Automechanika 2016 in Frankfurt, um zu erfahren, wie die Idee für seine Methode für Getriebespülungen entstanden ist und wie er sie weiterentwickelt hat.

 

STR: Wie kam es zur Entwicklung Ihres Spülsystems?

 

Tim Eckart: Zunächst war ich als Kfz-Meister auch im Autoverkauf und danach viele Jahre im EDV-Bereich für Autohäuser tätig, dann kurze Zeit selbstständig und fing danach bei einer Firma an, die Getriebespülungen durchgeführt hat. Dort habe ich gesehen wie man mit Additiven arbeitet. Das hat mir recht gut gefallen.

 

STR: Damals gab es noch nicht viele, die das in Deutschland gemacht haben, oder?

 

Tim Eckart: Genau. Die Firma, bei der ich war, hatte sich selber etwas gebaut und sich ein bisschen was von amerikanischen Systemen kopiert. Weil es mich interessiert hat, war ich dort bald der beste Verkäufer und habe gesehen wie die Technik funktioniert. Ich bin bei der Firma jedoch bald wieder ausgestiegen, aber das Thema hat mich weiter interessiert. So habe ich mich dann mit den Spülsystemen beschäftigt, die seinerzeit in den USA im Einsatz waren. Ich habe richtig viel gelesen.

 

Und da habe ich mir das erste kleine Gerät mit so drei Hähnchen und Kanister gebaut. So ein System „für 399 €“. Dann hab ich die ersten paar davon verkauft. Durch den Praxis-Einsatz entwickelte ich dann die ganzen Verbesserungen. Z.B. dachte ich: es braucht eine Halterung, irgendwo muss ich ja die Spülschläuche hinhängen. Dann haben wir entsprechende Halterungen angebracht.

 


"Ich habe viel aus der Praxis gelernt und immer weiter geschaut: was kann ich besser machen?"


Tim Eckart auf der Automechanika 2016 Automatikgetriebe
Tim Eckart erklärt wie sein Spülsystem funktioniert.

STR: Sie haben das System also aus der täglichen Praxis ständig weiterentwickelt?

 

Tim Eckart: Genau. Ein anderes Beispiel: Wir haben ziemlich schnell, nach 14 gebauten Geräten, einen Einweghahn verwendet, nachdem ich endlich ein Rückschlagventil gefunden hatte, das nur 0,01 bar Gegendruck aufbaut, also ganz wenig. Wenn der Gegendruck zu hoch ist, saugt die Pumpe ja nicht an. Als wir das dann eingebaut hatten, hat der Einweghahn erst richtig gut funktioniert.

 

Ich habe viel aus der Praxis gelernt. Noch ein Beispiel: In den Werkstätten gab es nur so kleine Ölwägelchen, wo das Öl überall irgendwo rausläuft. Also hab ich eine Wanne eingebaut. Auch die Schlauch-Kupplungen sind so entstanden. Mit den Kupplungen hab ich verschiedene ausprobiert bis ich auf die jetzigen Kupplungen gekommen bin. Denn die lassen sich ganz einfach öffnen, auch wenn sie noch heiß sind. Das ist wichtig, damit man sich nicht die Finger verbrennt.

 

Und dann kannte ich einen Stahlbauer im Ort und zu dem hab ich gesagt: ich möchte da was aus Edelstahl bauen. Dann haben wir die Maße von einem Getriebe genommen, und ich hab ihm gesagt: in den Wagen muss ein Kanister hineinpassen, Reiniger und Batterie.

 

Tim Eckart auf der Automechanika Automatikgetriebe
Tim Eckart auf der Automechanika

STR: Waren Sie einer der Ersten, die Reinigungssysteme in Deutschland im größeren Stil hergestellt haben? Oder gab es noch andere Hersteller? Waren das vor allem US-Importe?

 

Tim Eckart: Ja, es gab immer die US-Importe. Die haben ihren Systemen aber keinen bestimmten Namen gegeben. Und dadurch dass ich immer online in Foren unterwegs war, hab ich gemerkt: es gibt die Mercedes-Spülmethode und meine. Und dann war dort immer die Rede von TE oder Tim Eckart-Methode. Und jemand hat zu mir gesagt: das musst du zu deinem Markennamen machen. Und dann dachte ich: naja, das ist ja mein Namen, den muss ich ja nicht mal schützen lassen.

 


"Wir sind  eigentlich durch Online-Gesprächs-Foren gewachsen."


STR: Ich staune, dass Leute bei uns anrufen und fragen: machen Sie das denn nach der Tim Eckart-Methode? Es fragt keiner: haben Sie denn ein XYZ-Spülgerät? Wie kam es, dass Sie Ihren Marken-Namen etablieren konnten?

 

Tim Eckart: Es war die Idee der Endkunden.

 

STR: … in den Foren…

 

Tim Eckart: Ja. Es gab die Mercedes-Methode. Die haben ohne Spülgerät gespült, haben das Öl einfach laufen gelassen, d.h. 5 Liter abgelassen und wieder hineingepumpt und dann das Gleiche drei Mal wiederholt mit 3 Liter Öl. Und das hat nicht richtig funktioniert.

 

Ich hab dann meine eigene Spülmethode entwickelt, weil ich wusste ja, worauf es ankommt. Z.B. kommt es darauf an, ob ich links oder rechts adaptiere. Will ich den Vorlauf oder den Rücklauf ablassen? Denn wenn ich den Vorlauf leerpumpe, hab ich ja noch den ganzen Wärmetauscher voll mit Öl. Den muss ich dann nochmal kurz extra spülen und wieder leerpumpen. Und so etwas berücksichtigen die anderen Systeme meistens nicht. Die berücksichtigen Vorlauf und Rücklauf in den meisten Fällen nicht. Das kann ja überhaupt nicht gut werden, ist meine Erfahrung. Ich hab mich da hineingearbeitet und immer weiter geschaut: was kann ich besser machen? 

 

 

Tim Eckart Automechanika 2016
Tim Eckart

Und ich hab mit Prüfinstituten zusammen-gearbeitet, die Tests durchgeführt haben. Z.B. Ölproben für Dauerläufer ziehen oder sie wollten Test-Öle ins Getriebe geben, um die maximale Wechselrate sicherzustellen. Dafür hab ich dann was gebaut, z.B. für einen Prüfstand unter Beteiligung von ZF und Mercedes. Dort haben wir die Ölwechsel-Raten gemessen. Nach einmaligem Spülen erzielen wir eine Ölwechselrate von 97%. Nach drei Mal Spülen 99,5%.

 

Durch diese Tests habe ich Erfahrungen gesammelt und meine Geräte verbessert. Es ist alles aus der Praxis entstanden. Denn wo lege ich als Mechaniker die Schrauben und das Werkzeug hin? Mir ist das auch schon passiert: das Auto war vom Hof gefahren und ich finde noch Schrauben. Also gibt es diese Halterung hier, wo ich alles ablegen kann. Es ist eben ein Praxisgerät. Jemand, der nur vom Schreibtisch aus entscheidet und nicht in der Werkstatt arbeitet, meint vielleicht, das Gerät sieht nicht schön aus, hat keine Elektronik, ist nicht bunt, all das…

 

STR: … und hat keinen Farbdisplay… 

 

Tim Eckart: Genau. Aber wenn etwas an dem Gerät kaputt ist, kann es jeder selber reparieren. Heute Morgen z.B. hatte ich zwei Anrufe. Bei dem einen funktionierte die Pumpe nicht mehr richtig, bei dem Anderen ging die Pumpe zu langsam. Und dann sag ich: nimm mal die Plastikkappen ab, mach die Elektroanschlüsse und das Kabel sauber, zieh alles wieder fest – und dann funktioniert es wieder. Oder es kann vorkommen, dass ein Rückschlagventil verstopft ist. Kein Problem: einfach ausbauen, saubermachen und schon geht es wieder.

 

STR: Dann sind Sie eigentlich durch die Foren gewachsen und haben dadurch Ihren Namen etabliert?

 

Tim Eckart: Ja, genau. Auf die Foren hatte mich sogar ein früherer Arbeitgeber gebracht. Damals haben wir Mercedes A-Klasse Getriebe repariert und er sagte: schau doch mal in das Elch-Forum (www.elchfans.de). Damit ging es los, dann kam das Forum motor-talk.

Haben Sie noch Fragen zur Getriebeölspülung?

Über Tim Eckart

Tim Eckart

Tim Eckart ist Kfz-Meister und hat ein marktführendes Ölspülsystem für Automatikgetriebe aus der Praxis entwickelt. Der komplette Ölwechsel geschieht durch dynamisches Spülen mit Reiniger. Es ist eine effektive Methode, um Automatikgetriebe-problemen vorzubeugen oder bestehende Probleme zu lösen. Seine Spülsysteme sind v.a. im deutschsprachigen Raum gefragt, werden aber auch in das europäische Ausland verkauft.